VORSICHT! Kann Ihr Shopify Shop abgemahnt werden?

Ihr Onlineshop – Ausgangssituation

Im gesamten Netz werden Tutorials und auch Kurse, sehr teure Kurse, über das Thema „Starten und Einrichten eines Shopify Shops“ angeboten. Ob als normaler Onlineshop, für Dropshipping oder POD genutzt, es ist immer dasselbe: Es wird nur Halbwissen verkauft oder gezeigt. Spricht man diese Personen direkt an, dann kommt immer der gleiche Satz: „Da müssen sich die Shopify Shop Besitzer selbst schlaumachen.“. Das ist nicht nur schade, sondern vermittelt nicht gerade Kompetenz dieser Personen.

Aber was können Sie persönlich dafür machen, dass solche „selbsternannten Shopify Gurus“ ihr gefährliches Halbwissen teuer verkaufen?

Die Prüfung Ihres Shopify Shops zur DSGVO & Co.

1. Ist Ihr Shopify Shop SSL verschlüsselt?

Das ist meiner Meinung nach der 1. und wichtigste Punkt, wenn es darum geht, den Shopify Shop abmahnresistent zu machen. Da Sie in Ihrem Shop mit Kunden- und Zahlungsdaten arbeiten, soll die SSL Verschlüssung dafür sorgen, dass die Daten Ihrer Kunden ohne Gefahr weitergeleitet werden.

SSL-Verschlüsselung vom Shopify Shop
Zeichen für eine SSL-Verschlüsselung zusätzlich zu HTTPS

Ein positiver Nebeneffekt ist die Tatsache, dass auch Google dieses erkennt und es dadurch auch beim Ranking hilft. Also schauen Sie, ob Ihr Onlineshop die SSL-Verschlüsselung hat. Wenn nicht, erhalten Sie meist ein SSL-Zertikat kostenlos bei Ihrem Domain Anbieter. Es kann vorkommen, dass Sie die Verknüpfung Ihres Shops mit der Domain erneuern und in „https://SHOPNAME.de ändern müssen.

2. Cookie Hinweis und Einwilligung

Ein Cookie Banner mit Hinweis der Nutzung von Cookies ist nicht nur für Onlineshops in der EU zwingend laut DSGVO erforderlich. Mit der Rechtsprechung vom 01.10.2019 wurde noch ein Schritt weiter gegangen: Der Besucher muss nicht nur über die Nutzung von Cookies informiert werden, sondern es muss ihm auch möglich sein, die Nutzung abzulehnen.

Diese Cookie Bar ist nicht ausreichend

Des Weiteren wurde auch geurteilt, dass ein Tracking von Besuchern vor Zustimmung nicht möglich sein darf. Hierunter fällt auch die Nutzung von Facebook-Pixeln.

Dies bedeutet, dass dem Besucher die Möglichkeit eingeräumt werden muss, der Nutzung von Cookies zuzustimmen, die Nutzung abzulehnen und das der Besucher des Onlineshops über die Art der genutzten Cookies informiert werden muss. Weiterhin muss auch die Möglichkeit bestehen, die Nutzung der zugestimmten Cookies zu ändern.

Leider habe ich bei Shopify keine APP gefunden, die diese Rechtsprechung umsetzen kann.

Und dennoch ist es möglich, diese Rechtsprechung umzusetzen. Hierbei muss man händisch eingreifen und im Editor das Theme bearbeiten. Die Webagentur Brischke nutzt hierfür das Cookie Banner von usercentrics.

Eine Möglichkeit der Cookie Einwilligung – von der Webagentur Brischke genutzt

3. Mehrwertsteuer, Versand, Lieferzeit und AGB

Hier ist positiv zu erwähnen, dass ein großer Teil der Onlineshops den Passus der MwSt. angegeben haben. Dies liegt m.M. nach auch daran, dass Shopify hier nachgearbeitet hat und diesen Passus inkludiert hat. Denken Sie auch dran, dass die Preise in Ihrem Onlineshop die richtige Darstellung haben: die Währung steht hinter dem Preis. Dies kann in den Einstellungen verändert werden.

Das reicht nicht, wenn der Onlineshop EU-konform sein soll

Anders sieht es bei der, in der EU vorgeschriebenen, Angabe von Versand und Lieferzeit aus. Diese muss bei dem Artikel vorhanden sein. Beim DEBUT-Theme ist die Anpassung des Versands bereits integriert. Wenn man kostenlosen Versand anbietet, so muss man hier dennoch im Editor etwas nachjustieren. Bei den anderen Themes wurde festgestellt, dass man hier händisch im Editor nacharbeiten muss. Wenn Sie „kostenlosen Versand“ anbieten, muss dies auch angegeben werden.

Diese Punkte gehören bei jedem Artikel dazu und auch angezeigt

Ein weiterer Punkt ist die Bestätigung des Kunden beim Check-out, dass er die AGB gelesen und akzeptiert hat. Dies ist ein zwingend notwendiger Schritt im Check-out eines Onlineshops.

Hier muss die Bestätigung der AGB eingebunden werden

Bei Shopify kann der Check-out selbst nicht verändert werden. Daher wird das Bestätigen der AGB in den Bereich des Warenkorbs händisch gebracht. Dies geschieht wieder über den Editor. Das muss so gestaltet sein, dass der Weg zur Kasse erst mit der Bestätigung möglich ist.

Die Checkbox für die Bestätigung der AGB

4. Die schnelle Bezahlung – der Paypal Express Button

Durch den Paypal Express Button ist eine Bezahlung aus dem Produktfenster heraus möglich. Leider ist dies ohne eine Bestätigung der AGB möglich und somit nicht rechtsgültig. Hier wird das Entfernen des Buttons empfohlen. Dies geschieht auch hier wieder händisch im Editor.

FAZIT: Ein großer Teil der mit Shopify erstellten Onlineshops erfüllen nicht die Richtlinien der DSGVO. Die oben genannten Punkte stellen nur ein Teil der Umsetzungen dar. Weiter zu erwähnen sind hier auch das Impressum, die Datenschutzerklärung, die AGB und die Widerrufsbelehrung. Diese Informationen waren bei den Recherchen teilweise gar nicht oder unvollständig vorhanden.

Wenn Sie nicht sicher sind, wenn Sie die genannten Punkte nicht selbst umsetzen können, dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir helfen Ihnen gern, die Punkte umzusetzen.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

    1. Thank you very much. We will continue to create high quality content.

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